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Leseproben Beltane 2005 (Ausgabe 16)
- Auszüge aus den Artikeln -
Spiritualität, Magie und Sexualität
Scheinbar alles läßt sich heutzutage mit Sex verkaufen, ob Margarine oder
Autos, ob Bier oder Handy-Klingeltöne. Bei Filmen, egal aus welchem Genre,
darf die obligatorische Liebesszene nicht fehlen, und wer über MTV oder
Viva zappt, bekommt sehr schnell einen Eindruck, warum in alter Zeit die
Fruchtbarkeitstänze so wirkungsvoll waren. Von Plakaten und an Kiosken
springen uns weibliche Kurven und nackte Haut entgegen, das Bild vom
lustvollen Leben, das in den Medien propagiert wird, ist wahrhaft überall
präsent. Wenn ich nun an Spiritualität denke, dann erscheint mir das als
großer Gegensatz, weil es da ja um die Rückkehr zu mir und meinem Inneren
geht. Um ein zur Ruhe finden, zum Mittelpunkt des eigenen Seins, was auf
den ersten Blick durchaus etwas mit Askese und die Rückbesinnung auf die
einfachen Dinge zu tun hat. Spirit bedeutet Geist und wir denken bei Spiritualität
als erstes eben an Religion, an Einkehr, vielleicht sogar an Astral- oder
Andersweltreisen und an verschiedene Orakelmethoden...
Spiritualität und Sexualität
... Nur durch Leben leben (und nicht
durch Leben beobachten oder darüber
theoretisieren) erkennen wir uns und
können uns dadurch in die richtige
Richtung entwickeln. Wer sich auf den
Weg zu sich selbst macht, tut gut daran,
in Fülle zu leben, diese Fülle dann
mit Bewußtheit wahrzunehmen und
daraus seine Schlüsse - auch seine
sprirituellen - zu ziehen.
Natürlich könnte uns auch bewußt gewählte
Askese zu tieferen Erfahrungen
führen. Aber dieser Weg steht mehr in
der Nachfolge alter christlicher Entsagung
oder östlicher Traditionen und
wäre für Hexen und Heiden ein eher
ungewöhnlicher Weg. Für die vielen
jungen Menschen, die nach Spiritualität
suchen und dabei ihre eigenen
Wege gehen wollen, ist es sicher leichter,
in bewußter Fülle zu leben...
Hieros Gamos - Heilige Hochzeit, Heilige Sexualität
... Sexualität als Teil eines Rituals hat eine
lange Geschichte und spielte in vielen
alten Religionen eine zentrale Rolle.
Magisch gesehen kann man mit Sexualität
die Energie steigern, leiten und
senden in einem realen oder symbolischen
Koitus. Die Heilige Hochzeit
sollte nicht als purer sympathiemagischer
Fruchtbarkeitsritus interpretiert
werden und dient auch zur Sicherung
der Königsherrschaft und zur Initiation,
beides eine Machtübertragung. Doch
selbst dieser kultische Sex enthält eine
irdische Lustbefriedigung, in deren
Ekstase sich das Göttliche offenbart...
Märchen - eine aussterbende Literaturform?
Bruno Bettelheim forderte: „Kinder
brauchen Märchen“, um seelische Reife
zu erlangen, Psychotherapeuten wie
Verena Kast helfen mit den gleichen
Märchen Erwachsenen und Kindern,
seelische Probleme zu lösen. Bereits
C.G. Jungs Archetypenmodell war ein
Wegbereiter dafür, die Symbolik
Märchen zu deuten und tiefenpsychologisch
zu nutzen, Joseph Campbell
macht uns mit seinem „Heros in tausend
Gestalten“ die Zusammenhänge
der Heldenreise im Märchen mit unser
aller Sinnsuche und Lebensweg klar.
So brach in den 70er Jahren gleichzeitig
mit dem zunehmenden Interesse
Psychoanalyse und Formen bewußter
und reflektierter Lebensführung eine
Hochzeit für das Märchen an. Große
Verlage begannen vermehrt offenbar
für Erwachsene gestaltete Märchensammlungen
herauszubringen, religiös
orientierte Schriftsteller jeglicher Glaubensrichtung
besannen sich auf den
starken Symbolgehalt von Märchen,
schrieben selbst welche, um ihre eigene
Spiritualität und Werte zu transportieren...
Weitere Artikel:
- Sexualität und Religion
- Sex, Sinnlichkeit und Nähe im Ritual
- Hieros Gamos - eine Ausrede für freien Sex?
- (Irr)Wege der Liebe
- Das magische Netz
- Vom Kind zur Frau...
- Die Ägypter und ihre Mythologie
- Wie ich zu den Junghexen kam
- Starmaiden-Circle - der Sternmädchenkreis
- Der keltische Baumkalender (2. Teil)
- Der Kräutergarten: Rainfarn
- Eine ganz normale Hexenwoche
- Bastenstube: Keltisches Knotwork
u.v.m.
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