Leseproben Lughnasad 2005 (Ausgabe 17)
- Auszüge aus den Artikeln -


Hexen und das liebe Geld

Hexe ist (noch) kein Ausbildungsberuf. Daher ist es natürlich schwierig, etwas über Verdienstmöglichkeiten auszusagen. Erst einmal müßte wohl eine differenzierte Betrachtungsweise zwischen der Tätigkeit im Sinne des Priester/innentums und des „Handwerks“ einer Hexe angestellt werden. Die Feststellung einer Leistungsqualität ist allerdings trotzdem noch schwierig, weil uns Standards fehlen. Woran machen wir fest, was eine gute, eine hervorragende oder eine schlechte Leistung ist - und wie wir sie honorieren wollen? Natürlich bleibt es jeder Hexe selbst überlassen, ob und wieviel Geld sie für ihre Leistungen annehmen will. Doch im Endeffekt leidet die „Zunft“ insgesamt unter den sogenannten Kommerzhexen, die überzogene Honorare verlangen und damit durchaus auch dem Ruf aller Schaden zufügen...



Beratung mit Tarot - gegen Geld?

... Ich wollte Tarot erlernen, wußte aber noch gar nicht, ob meine Ausdauer und meine Begabungen stark genug wären, jemals andere Menschen zu beraten, ob nun gegen Geld oder nicht. Ich wollte Tarot nicht nur als wahrsagendes, sondern als spirituelles Orakel nutzen. Und ich wollte nie einen Beruf daraus machen. Bis mir das erste Mal eine Frau spontan Geld schenkte nach einer Beratung, dauerte es ungefähr zwölf Jahre; bis ich die erste Anzeige für meine Tarotberatungen schaltete, vergingen weitere drei. In der langen Zeit dazwischen war Tarot vor allem ein Weg für mich und meine engen Freunde und Freundinnen, und das war sehr gut so. Selbst heute lebe ich nicht hauptberuflich davon, daß ich Rituale und Beratung mit Tarot und Astrologie anbiete, was mir immer noch die Möglichkeit bietet, jungen Menschen eine Ermäßigung zu geben...



Rufen Sie mich an unter 0190 ...

... Sicherlich kann man sagen, die Hexen hätten nur die Wünsche der Klienten erfüllt, und nur die Dummen werden ausgenutzt, dennoch stimmt es für mich einfach nicht. Ich finde es ist in Ordnung, für gewisse Dienste Geld zu verlangen – solange dies in Maßen ist und vor allem, wenn man auch eine entsprechende Ausbildung vorzuweisen hat und verantwortungsvoll damit umgeht. Meiner Meinung nach genügen Lebenserfahrung und gesunder Menschenverstand eben nicht, um Menschen professionell zu beraten. Die meisten von uns kochen jeden Tag, manche sogar mehrmals und für große Familien, einige sicherlich auch außerordentlich gut – aber sind wir deshalb gleich Köche? Von einem Chirurgen erwarten wir eine Ausbildung und seine Erfahrung als Metzger würde uns wohl nicht reichen – wenn es aber um unsere Seele und Leben geht, geben wir uns mit weniger zufrieden?...



Ernte-Feste als Sieg des Überflusses

Erst mit Ackerbau und Viehzucht konnte sich der Mensch stärker vermehren, denn nun stand mehr Essen zur Verfügung und es konnte - je nach Art - auch länger konserviert werden. Die Ernte gehörte zum wichtigsten Faktor im Jahresrad, denn von ihr hing das Überleben des Stammes ab, gerade in Zeiten, in denen noch kein reger Handel getrieben wurde. Doch selbst dann hätte ein gesamter Stamm nicht allein durch Handel ernährt werden können. Mittsommer brachte das Versprechen des Überflusses, eventuell begann schon die erste Ernte, aber wenn jetzt nichts schief ging, konnte man bereits sehen, was man demnächst ernten würde.
In unsere Zeit umgesetzt, sprechen wir öfter davon, daß unsere Projekte für das Jahr Gestalt annehmen, denn wer nicht direkt Nahrungsmittel erntet, kann die Erntezeit symbolisch auch als Zeit der beginnenden Manifestation betrachten, seien dies nun Projekte wie Umzug, Hausbau, Weiterbildung, Selbständigkeit etc. Ernte ist stark mit Opfer in Verbindung zu bringen. Viele Traditionen kennen einen Opferkönig, der für eine gute Ernte sein Leben läßt. Die Ernte war wichtig und die Götter sollten milde gestimmt werden. Die letzte Kraft sollte dem Land gegeben werden, auf daß es den Stamm ernähren würde. Die Erntefeste begannen, wo der Überfluss gefeiert wurde. ...



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u.v.m.