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Leseproben von Imbolc 2002 (Ausgabe 4)
Geheimnisse der Sprache (Auszug)
Es gibt eine universelle Legende von der "wahren Sprache", in der jedes Ding seinen wahren Namen hat. Diese Legende ist universell, weil sie in vielen Kulturen auf der Erde vorkommt. Ein modernes Beispiel ist Ursula K. LeGuins Roman-Trilogie "Erdsee", wo die Zauberer die wahren Namen der Dinge für ihre Magie verwenden. Oder in Indien gibt es die Vorstellung von Mantras, Worten, die - mit genau dem richtigen Klang und der passenden Betonung ausgesprochen - ungeahnte Energien wachrufen, die mit dem Klang genau dieses Wortes verbunden sind.
Diese Vorstellung von den wahren Namen gibt der Sprache mehr Bedeutung als nur den Austausch von Informationen. Sprache wirkt auch durch ihren Klang, ihre Melodie, Betonung, Reime, Zusammensetzung aus Worten und Silben, die wieder an andere Worte und Silben erinnern und so bestimmte Bilder zu einem Wort wachrufen, die damit oberflächlich gar nicht verbunden zu sein scheinen.
Die Vorstellung von Zaubersprüchen beruht auch oft auf dieser wahren Sprache. Wer Dinge bei ihrem wahren Namen nennt, hat auch Macht über sie, so wird angenommen.
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Hel - Frau Holle
(Auszug)
Fast haben wir sie hinter uns, die dunkle Zeit, die Zeit der Einkehr und des Besinnens auf die inneren Dinge. Zu Samhain bekamen wir die ersten Mängel zu spüren, die das fehlende Licht bringt und standen vor dem Tor zum Tod. Der Tod und der Umgang mit ihm ist eine wichtige Voraussetzung für das Verständnis des Lebens und der Natur. Die Natur wiederum kann uns beim Verstehen des Todes ungemein helfen, da sie uns im Jahreslauf regelmäßig Werden und Vergehen vorführt. Die Laubbäume, die zu Mabon noch leuchtend bunt unser Auge erfreut hatten, waren zu Samhain schon fast kahl und sahen aus wie düstere Gerippe. Überall werden wir durch das Sterben in der Natur auch an unsere eigene Sterblichkeit erinnert. Und nicht nur das, wir sehen auch eine dunkle Seite, die nicht leuchtend glänzt. Die Zeit um Samhain war auch eine Zeit des Abschieds und ein Spiegel für den Teil in uns, den wir gerne da lassen, wo er ist: nämlich in unseren Tiefen, dort wo keiner sieht, daß wir eben manchmal nicht nur licht- und liebevoll sind.
In der germanischen Götterwelt steht die Göttin Hel der Unterwelt vor und verkörpert so alles, was wir mit Tod und der dunklen Seite in Verbindung bringen.
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Das Rad des Jahres
(Auszug)
... Beltane, das dritte und letzte große Frühlingsfest, ist dem Leben, der Fruchtbarkeit und der freien Liebe gewidmet. Es wird in der Nacht zum ersten Tag des Wonnemonats Mai gefeiert, der nach der griechischen Göttin Maya, der jungfräulichen Frühlingsgöttin, benannt ist. In dieser Nacht befinden sich die Kräfte auf ihrem Höhepunkt, nicht nur in der Natur, sondern auch bei den Menschen. Vor allem die Sexualität steht hier im Vordergrund.
Schon bei Griechen und Römern wurde das Fest der Göttin Maya gefeiert, die als Hebamme und Mutter der Magie galt.
Für die Kelten war Beltane ein hoher Feiertag, mit dem auch viele historische Ereignisse in Verbindung gebracht wurden. So kamen laut einer Überlieferung die Tuatha De Danann an Beltane nach Irland.
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